← Der Baum des Todes
Samael: Das Gift des Wortes
Band I · Der Baum des Todes

Samael

Das Gift des Wortes

Teil der Reihe Der Baum des Todes — Zwölf Bände — einer für jede adverse Sephirah (Qliphoth).

Wann hört das Wort auf, die Wahrheit zu offenbaren, und beginnt, die Seele zu vergiften?

Da ist ein Tisch, ein Stuhl auf jeder Seite, und zwischen ihnen ein einziges Licht — nicht schön, sondern genau, dorthin gestellt, damit die Finsternis keine Unschuld vortäuschen konnte. Samael kommt nicht als Erscheinung: er kommt, wenn ein Satz, der eine Sache sagen würde, beginnt, zwei zu sagen, und die zweite der ersten widerspricht, ohne je die Stimme zu erheben. Er ist die erste der Schalen, die dem Mund und dem Verstand am nächsten — keine eigenständige Macht, sondern das verschüttete Licht, der um einen einzigen Grad verdrehte Sinn, der vom Herzen getrennte Verstand.

Im ersten Band von Der Baum des Todes setzt sich Frater Eisenheim jener Stimme gegenüber, die mit Kunst lügt, die Wahrheit und Verzerrung im selben Satz vermengt und Gegengifte reicht in der Hoffnung, sie als Köder verwendet zu sehen. Samael brüllt nicht und droht nicht: er flüstert, und jede Wahrheit, die er anbietet, wird als Lockung gegeben, nicht als Gabe — sodass, sie ohne Unterscheidung anzunehmen, bereits heißt, das Gift um des Geschmacks der Weisheit willen zu trinken, den es trägt. Zehn Nächte der Fragen, und am Ende bleibt ein einziger Kelch auf dem Tisch: in ihm kehrt alles geliehene Licht zu dem zurück, der die Unterscheidung nicht mit dem Sieg zu verwechseln wusste.

Es ist kein Handbuch. Es ist ein Kelch — und was er enthält, ist der genaue Abstand zwischen dem Benennen des Giftes und dem Erlernen, es zu trinken.

Abonnieren zum Lesen Gesamte Reihe ansehen

Lesen durch Abonnement geschützt. Digitales Format (E-Book).