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Astaroth: Die verdorbene Fülle
Band VI · Der Baum des Todes

Astaroth

Die verdorbene Fülle

Teil der Reihe Der Baum des Todes — Zwölf Bände — einer für jede adverse Sephirah (Qliphoth).

Wann hört Überfluss auf, Segen zu sein, und beginnt, die Freiheit der Seele zu kaufen?

Da ist ein goldener Saal, in dem die Wärme vor dem Licht ankommt und der Duft vor allem — Honig und Blumen ein wenig über ihren Höhepunkt hinaus, Tische bis zum Übermaß beladen, Kelche, die niemand zu füllen bittet, weil sie nie aufhören überzulaufen. Es ist zu viel Gastfreundschaft, um unschuldig zu sein. Dort wohnt Gagh Shekelah, jene, die alles mit Überfluss verwirren, der Schatten von Chesed, der großen, freigebigen Hand, die ohne Maß gibt. Der Name, den diese verfaulte Freigebigkeit annimmt, wenn sie lächelt und spricht, ist Astaroth — nicht die billige Verführerin der Bestiarien, sondern das Prinzip jeder Gabe, die sich von der Grenze löste und begann zu kaufen, was sie umsonst geben sollte.

Im sechsten Band von Der Baum des Todes setzt sich Frater Eisenheim an den Tisch der Gastgeberin, die niemals etwas fordert, weil sie gelernt hat, dass der wohlbediente Mensch sich selbst in Ketten legt und die Kette seine eigene Bequemlichkeit nennt. Astaroth lügt nicht, klagt nicht an, fordert nicht mit Gewalt: sie bietet an — und jeder volle Kelch ist ein weiteres Glied in einer als Zärtlichkeit verkleideten Kette. Jede Antwort, die sie gibt, ist eine Einladung, das Geliebtsein mit dem Gefügig-gehalten-Werden zu verwechseln, bis der Interviewer, vergessen in einer Ecke zwischen den Weinen, das einzige Getränk jenes Palastes findet, das zu sättigen vermag, statt zu entflammen: ein Glas schlichten Wassers.

Es ist kein Handbuch. Es ist ein Kelch — und was er enthält, ist der genaue Abstand zwischen der Gabe, die befreit, und der Gabe, die fesselt.

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