
Moloch
Der Preis des Thrones
Wenn Macht Opfer fordert, um aufrecht zu bleiben, ist sie dann noch Autorität, oder ist sie schon Hunger geworden?
Da ist eine Kammer, weit wie ein Reich, mit einem leeren Stuhl — breit, mit hoher Lehne —, den niemand den Mut hätte, bloß Stuhl zu nennen. Keine sichtbaren Flammen, doch Hitze: eine trockene Glut, verborgen in irgendeinem Bauch aus Stein, und ein fernes Geräusch von Ketten oder Getrieben, eine alte Maschine, die niemals aufhört, zu zermahlen, was man in sie hineinlegt. Dort wohnt Thaumiel, der Schatten von Kether — die von der Quelle abgeschnittene Krone, die sich nicht mehr damit begnügte zu herrschen, und begann zu fordern, dass man sie nähre. Der Name, den dieser königliche Hunger annimmt, wenn er spricht, ist Moloch.
Im dritten Band von Der Baum des Todes setzt sich Frater Eisenheim jenem einzigen Thron gegenüber, der über den Preis nicht lügt — er lügt nur über dessen Unausweichlichkeit. Moloch verführt nicht mit dem Wort und krönt sich nicht mit Verweigerung: er fordert Bezahlung. Und jede Antwort, die er gibt, ist eine Rechnung, die niemand zusammenzählen wollte — die verborgenen Kosten in jeder Macht, die das Beschützen mit dem Verschlingen verwechselt, in jeder Obrigkeit, die vergaß, dass sie zum Dienen empfangen wurde, und begann, sich dessen zu bedienen, was sie regiert. Am Ende bleibt eine einzige Frage, im Stehen gestellt, niemals kniend: den Thron zu verweigern, den das Feuer warm zurückließ, oder sich auf ihn zu setzen und der Nächste zu werden, der Bezahlung fordert.
Es ist kein Handbuch. Es ist ein Schmelzofen — und was er erleuchtet, ist, wie viel man im Namen der Zukunft zu verbrennen bereit ist.
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