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Satan: Der Thron des Selbst
Band II · Der Baum des Todes

Satan

Der Thron des Selbst

Teil der Reihe Der Baum des Todes — Zwölf Bände — einer für jede adverse Sephirah (Qliphoth).

Wenn die Freiheit sich von der Quelle trennt, ist sie dann noch Freiheit, oder ist sie schon Exil geworden?

Da ist ein Raum mit zwei gleichen Stühlen, einander gegenüber — und eben diese Gleichheit ist die erste Warnung. Wo ein Gastgeber und ein Besucher sein sollten, sind zwei Throne, und die Symmetrie lastet wie eine Drohung: das Wort «Ich» selbst, auf den Tisch aus dunklem Stein gelegt, beansprucht einen Sitz. Dort wohnt Thaumiel, der Schatten von Kether — die in zwei einander hassende Throne zerbrochene Einheit. Der Name, den diese Spaltung annimmt, wenn sie spricht, ist Satan.

Im zweiten Band von Der Baum des Todes setzt sich Frater Eisenheim als Ebenbürtiger jenem einzigen Widersacher gegenüber, der niemals lügt — er klagt nur an, und die Anklage ist gefährlicher als die Lüge, weil sie zumeist wahr ist, nur unvollständig, nur ohne Barmherzigkeit, nur auf die Trennung hin gerichtet. Satan bietet keine Macht: er bietet einen Zwillingsthron, das Versprechen einer absoluten Selbstherrlichkeit, und dieses Exil nennt er Freiheit. Jede Antwort, die er gibt, ist eine Grenze, quer durch die Mitte des Raumes gezogen — und der einzig mögliche Sieg besteht weder darin, ihn mit Gewalt zu bezwingen, noch ihm den Platz zu überlassen, sondern vor dem leeren Stuhl stehenzubleiben, den er stets, stets verfügbar lässt.

Es ist kein Handbuch. Es ist ein in der Mitte zerbrochener Spiegel — und was er widerspiegelt, ist der genaue Abstand zwischen dem Widerstehen gegen das Falsche und dem Knien vor dem Wahren.

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