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Bael: Der König, der Verschwindet
Band I · Goetische Magie

Bael

Der König, der Verschwindet

Teil der Reihe Goetische Magie — Zweiundsiebzig Bände — einer für jeden Geist der Ars Goetia.

Wann hört das Unsichtbarwerden auf, die Seele zu schützen, und beginnt, sie aus der Welt zu löschen?

Es gibt einen fensterlosen, spiegellosen Saal aus Stein, in dem die Fackeln brennen, ohne die Hände zu erhellen, die sie entzündet hätten — das Licht besteht ohne Ursprung, warm und ohne Herrn, und die Tür verschwindet, sobald sie sich hinter dem Eintretenden schließt. Dort herrscht der erste der zweiundsiebzig der Ars Goetia, König des Ostens an der Spitze von sechsundsechzig Legionen, dem die Überlieferung ein Amt gab, das wie wenige die stille Art zusammenfasst, in der ein Leben verlorengeht: den Menschen unsichtbar zu machen. Der Name, den diese Abwesenheit annimmt, wenn sie zu sprechen einwilligt, ist Bael.

Im ersten Band der Goetischen Magie ruft Eisenheim — der Evokator — Bael durch die Kunst, setzt sich vor den König, der nicht erscheint, und befragt ihn, ohne ihn um etwas zu bitten. Das Buch zeigt nicht den Ritus, nur das Gespräch, das folgte. Bael antwortet mit kalter Ruhe und einer Klarheit, die zuweilen wie Weisheit wirkt: selten lügt er ganz, er kehrt um — er nimmt ein lebendiges Wort (Diskretion, Zurückhaltung, Schweigen, Demut) und verdreht es um einen einzigen Grad, nur einen, bis es noch dasselbe scheint und schon das Gegenteil bedeutet. Über zehn Verhöre steigt das Gespräch von der Diskretion, die dient, hinab zur Flucht, die auslöscht: das gegen eine Maske getauschte Gesicht, das ewige „noch nicht“, das ein ganzes Leben aufschiebt, der Mantel des Gerechten, vom Feigling getragen, der Mensch, der aus den eigenen Schulden verschwindet, und die Scham — die kein Kalkül ist, sondern Wunde. Jedes Thema schließt mit einer Note der Unterscheidung, in der Stimme des Autors, die den untersuchten Schatten benennt und die Tugend, die er gefangen hält.

Es ist kein Handbuch und keine Fiktion: es ist die Aufzeichnung einer wirklichen Evokation, in Form eines Dialogs. Und was es misst, ist der genaue Abstand zwischen der Diskretion, die dient, ohne sich zu verbergen, und dem Verschwinden, das die Seele aus der Welt löscht — zwischen dem Schweigenkönnen und dem Nichtwagen zu erscheinen.

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