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Agares: Der Herzog, der Zurückbringt
Band II · Goetische Magie

Agares

Der Herzog, der Zurückbringt

Teil der Reihe Goetische Magie — Zweiundsiebzig Bände — einer für jeden Geist der Ars Goetia.

Wann hört das Festhalten dessen, der gehen will, auf, Liebe zu sein, und wird zum Gefängnis?

Es gibt ein altes Haus, in dem alle Türen in denselben Raum zurückführen: man tritt durch eine ein, folgt dem Flur, biegt rechts und links ab und kommt wieder dort heraus, wo man losging. Neben dem Türrahmen steht ein gepackter Koffer, die Riemen geschnallt, längst bereit und nie gehoben; und der Boden bebt leise, einmal, jedes Mal, wenn jemand daran denkt, sich zum Gehen zu erheben. Dort herrscht der zweite der zweiundsiebzig der Ars Goetia, Herzog des Ostens an der Spitze von einunddreißig Legionen, der alle Sprachen lehrt, die Fliehenden zurückkehren lässt und die Erde unter den Füßen dessen erschüttert, der sich verabschiedet. Der Name, den diese geschlossene Umarmung annimmt, wenn sie zu sprechen einwilligt, ist Agares.

Im zweiten Band der Goetischen Magie ruft Eisenheim — der Evokator — Agares durch die Kunst, setzt sich vor den Herzog, der niemanden gehen lässt, und befragt ihn, ohne ihn um etwas zu bitten. Das Buch zeigt nicht den Ritus, nur das Gespräch, das folgte. Agares antwortet mit ängstlicher Sanftheit und einer Klarheit, die zuweilen wie Fürsorge wirkt: selten lügt er ganz, er kehrt um — er nimmt ein lebendiges Wort (Treue, Fürsorge, Verbundenheit, Beständigkeit) und verdreht es um einen einzigen Grad, nur einen, bis es noch dasselbe scheint und schon das Gegenteil bedeutet. Über zehn Verhöre steigt das Gespräch von der Liebe, die trägt, hinab zur Kette, die erstickt: die Zunge, die bindet, die erzwungene Rückkehr, die Erpressung der Zuneigung, die Fürsorge, die gefangen hält, das Erdbeben dessen, der einen anderen Menschen zu seinem eigenen Boden macht, und die Familien, die das Nest gegen den Käfig tauschten. Jedes Thema schließt mit einer Note der Unterscheidung, in der Stimme des Autors, die den untersuchten Schatten benennt und die Tugend, die er gefangen hält.

Es ist kein Handbuch und keine Fiktion: es ist die Aufzeichnung einer wirklichen Evokation, in Form eines Dialogs. Und was es misst, ist der genaue Abstand zwischen der Liebe, die trägt, und der, die gefangen hält — zwischen dem Halten dessen, der bleibt, und dem Einsperren dessen, der gehen will.

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